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1985  Vasaloppet

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Nachdem meine erste Reise zum Vasalauf 1980 wegen des Todes meiner Mutter abgesagt werden musste, habe ich lange Zeit nach geeigneten Partnern gesucht, die mit mir gemeinsam nach Schweden fahren. Leider ohne Erfolg.

Daraufhin habe ich mich im Jahr 1985 entschlossen, eine organisierte Reise der Firma Sport Köpf zu buchen. Es sollte in jeder Hinsicht eine besondere Reise werden.

 

Im Dezember 1984 habe ich an einem Crosslauf im Fürther Stadtwald teilgenommen und da es wirklich quer durch den Wald ging, bin ich auf einen Baumstumpf getreten und seitlich abgeknickt. Die Folge war eine starke Bänderdehnung im Fuß. Mein Orthopäde hat mir zu einem Gips geraten, damit der Fuß keine Folgeschäden davonträgt. Also wurde der Fuß eingegipst und an ein normales Training bis Ende Januar - fünf Wochen vor dem Vasalauf - war nicht zu denken.

Da aber nur der Unterschenkel eingegipst war, bin ich auf das Rennrad umgestiegen und habe damit regelmäßige Trainingsfahrten gemacht. Mein Orthopäde hat sich nur immer gewundert, dass der Gips an einigen Stellen Risse hatte und ich diese mit Rigips Fugenbändern repariert habe.

Da meine Kondition zum Zeitpunkt des Unfalls schon ziemlich gut war und ich sie durch das Fahrradtraining einigermaßen aufrecht halten konnte, habe ich mich entschlossen, die Reise nicht abzusagen.

 

Und so bin ich Ende Februar von Nürnberg über Frankfurt und Göteborg nach Oslo geflogen. Dort traf ich zum ersten Mal meine Reisegruppe und war doch etwas erstaunt, dass für die Weiterreise zwei Busse notwendig waren - es dürfte sich also um mindestens 80 Mitreisende gehandelt haben.

Besonders überrascht war ich, dass mir ein Gesicht in unserem Reisebus bekannt vorkam und es stellte sich heraus, dass Georg Thoma - der  Olympia- und mehrfache Holmenkollensieger - mit an Bord war. Er hat nicht selbst am Vasalauf teilgenommen, sondern war der Betreuer des Gemeinderates von Hinterzarten. Unter seiner Anleitung haben sich die Gemeinderatmitglieder auf den Vasalauf vorbereitet und er hat auch die Betreuung von ihnen während der Reise übernommen - insbesondere das Skiwachsen und die Ernährung.

Vasalauf 1985

Die Fahrt ging von Oslo über Kongsvinger zur schwedischen Grenze und weiter nach Malung, wo wir in einem Hotel untergebracht waren.

 

Am nächsten Tag fuhren wir nach Sälen zum Startplatz des Vasalaufes um auf der Vasalaufstrecke einen Testlauf zum ca 25 km entfernten Mangsbodarna zu machen.

Im Reisevideo unten sind davon Aufnahmen zu sehen. Es war allerdings nicht so einfach zum damaligen Zeitpunkt solche Aufnahmen zu machen. Es gab nämlich noch keine Camcorder und ich musste zusätzlich zur Videokamera einen tragbaren Videorecorder in meinem Rucksack mitnehmen und mit diesem Balast die 25 km absolvieren - sicher ein gutes Zusatztraining.

Anschließend wurden wir per Bus zum Zielort nach Mora gebracht und hatten Gelegenheit uns umzuschauen. Wegen des Vasalaufes waren viele Verkaufsstände aufgebaut und es wurden einheimische Spezialitäten angeboten.

Am Nachmittag erlebten wir die Eröffnungsveranstalung des Vasalaufes mit Musik und Tanz im Zieleinlaufbereich (siehe Video).

 

Nach der Rückfahrt zum Hotel haben am Abend alle Läufer im Keller des Hotels ihre Skier präpariert. Es war schon eindrucksvoll, Georg Thoma beim Wachsen der Skier seiner Gemeindratsmitglieder zuzuschauen. Als ziemlicher Wachslaie war ich schon sehr erstaunt, wie er eine Schicht nach der anderen auf die zahlreichen Skier auftrug und sie polierte.

 

Mir ist beim Wachsen meiner Skier ein großes Mißgeschick passiert. In einem unachtsamen Moment habe ich mit dem Brenner für das Auftragen des Wachses die Bindung meines einen Skis geschmolzen und sie war nicht mehr zu gebrauchen. Das Sportgeschäft nebenan war bereits geschlossen und so war am Abend vor dem Vasalauf guter Rat teuer.

Unter der Reisegesellschaft war Gott sei Dank ein rettender Engel in Form eines Sportartikelhändlers mit Namen Manfred Basseler. Er hatte mehrere Testski dabei und sollte dem Hersteller Bericht über ihre Eignung erstatten. Er bot mir ein Paar seiner Skier für den morgigen Lauf an und hat sie mir auch noch fachmännisch gewachst. Glück im Unglück. Übrigens hatte ich über lange Jahre mit Manfred noch Kontakt und habe mehrere Paar Ski bei ihm gekauft.

 

Am Morgen des 3. März brachten uns die Busse zum Start nach Sälen. Der Lauf selbst war ziemlich hart, aber ich habe das Ziel ohne Probleme erreicht.

Nachdem sich genügend angekommene Läufer im Bus eingefunden hatten, ging es zurück ins Hotel nach Malung.

 

Die Rückreise am nächsten Tag führte uns zunächst mit den Bussen wieder nach Oslo. Bevor wir aber zum Flughafen gebracht wurden, ging es noch hinauf zur Holmenkollen-Skisprungschanze. Im Skimuseum im Fuß der Schanze wurde uns dann noch ein besonderes Erlebnis zuteil, denn Georg Thoma versammelte dort die gesamte Reisegruppe und erzählte ausführlich über seine Erlebnisse am Holmenkollen. Er hatte die Nordische Kombination in den Jahren 1963 bis 1965 dreimal hintereinander hier gewonnen und danach an gleicher Stelle 1966 die Nordische Skiweltmeisterschaft.

Er konnte sehr eindrucksvoll und lebhaft über seine Erlebnisse erzählen, insbesondere über seine Empfänge beim norwegischen König, zu denen jeder Holmenkollen-Sieger eingeladen wird.

Zwar habe ich diese Erzählung mit der Videokamera aufgenommen, war aber leider zu weit von ihm entfernt, so dass der Ton nahezu unverständlich ist, obwohl ich alle technischen Tricks versucht habe, ihn zu verbessern.

 

Die weitere Rückreise mit dem Flugzeug wurde dann noch problematisch, da Nebel zunächst den Start in Oslo verhinderte. Auch in Göteborg war starker Nebel, so dass wir erst nach 22 Uhr in Frankfurt ankamen, mit der Folge, dass ich die Anschlussmaschine nach Nürnberg nicht mehr erreichte. Mir blieben die Alternativen, im Hotel zu übernachten, oder einen Leihwagen zu nehmen und nach Hause zu fahren. Ich entschied mich für den Leihwagen und war erst lang nach Mitternacht wieder zu Hause bei der Familie.

 

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