15. August 2003: Bergtour Kverkfjöll

REISEBLOG ISLAND 2003

 

Die Fahrt hierher am gestrigen Tag war doch ganz schön anstrengend. Deshalb haben wir länger geschlafen als gewöhnlich und sind nach dem Frühstück mit dem Laster zum Fuß des Gletschers gefahren. Nach der Besichtigung des Gletschertores haben wir die Steigeisen angelegt und  gegen 9:45 Uhr den Aufstieg über den Gletscher in einer Höhe von 890 m über dem Meer begonnen.

Am Abend vorher hat uns die Hüttenwirtin geraten, dass wir uns in der Mitte des Gletschers halten - also der steilsten Aufstiegsroute folgen sollten.  Leider hat sich das später als falsch herausgestellt - vermutlich haben wir sie nicht richtig verstanden - und wir mussten wieder relativ weit absteigen, um den richtigen Weg zu finden. Leider haben wir dadurch auch einem französischen Paar, dem wir unterwegs begegnet sind, den falschen Weg gewiesen. Sie haben später leider die Tour deswegen abgebrochen.

Wir haben uns aber nicht entmutigen lassen, als wir an einen Gletscherbruch kamen, sind um 11:30 Uhr umgekehrt und haben später den Gletscherbruch weiter unten umrundet. Auf diesem Weg kamen wir bald an das Ende des Gletschers und sind ab 12:30 Uhr in einem Schneefeld mit gut erkennbarer Spur weitergelaufen.

Von Beginn der Tour an herrschte ein kräftiger Wind, der immer heftiger wurde, je höher wir hinauf kamen. Am höchsten Punkt der Tour war trotz stabilem Stativ kein ruhiges Bild mit der Video-Kamera mehr möglich.

Nach einigen Pausen wegen der schwierigen Schneeverhältnisse, dem starken Wind und des relativ steilen Anstiegs erreichten wir schließlich gegen 14:45 den höchsten Punkt der Tour in 1640 m über dem Meer. Hier fanden wir ein Solfatarenfeld mit heißen Quellen vor - ein unwirklicher Anblick unmittelbar neben dem Gletscher und dem meterhohen Schnee.

Eigentlich hätte der Weg noch weiter hinauf bis auf 1900 m über dem Meer zu einer Hütte führen sollen, aber wir fanden keine Fortsetzung des Weges mehr und waren außerdem rechtschaffen müde und auch zeitlich am Limit, wenn wir noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder am Laster sein wollten.

Also genossen wir diese herrliche Naturerscheinung der dampfenden Quellen, die intensiv nach Schwefel rochen, in dieser Höhe und auch den tollen Ausblick auf die riesige Gletscherfläche des Vatnajökull unter uns.

Nach einer halben Stunde Aufenthalt begannen wir wegen des immer heftiger werdenden Windes mit dem Abstieg. Unterwegs trafen wir noch auf einige Isländer, mit denen wir uns recht nett unterhalten haben, legten wieder die Steigeisen an - im Schneefeld hatten wir sie beim Aufstieg abgeschnallt - und nach der Querung des Gletschers erreichten wir gegen 17:45 Uhr wieder unser Auto.

In den folgenden Nächten bekam ich sehr starke Schmerzen in beiden Knieen als Folge der anstrengenden acht-stündigen Tour. Danach allerdings waren die Schmerzen wie weggeblasen und ich konnte noch viele lange und anspruchsvolle Touren ohne jegliche Schmerzen unternehmen.

 

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